PRORETA ist eine interdisziplinäre Forschungskooperation zwischen der Technischen Universität Darmstadt und der Continental AG. Ziel der Forschungskooperation ist es, ein Fahrerassistenzsystem zu entwickeln, welches den Autofahrer vor Verkehrsunfällen bewahrt.
Der Name PRORETA wurde in Anlehnung das gleichnamige Mitglied der Besatzung römischer Kriegsschiffe gewählt. Der Proreta stand im Bug des Schiffs (Prora) und warnte vor Untiefen und anderen Gefahren.
Im Rahmen der erfolgreichen Kooperation forschen Wissenschaftler der TU Darmstadt und Continental gemeinsam bereits seit 2002 an innovativen Fahrerassistenz- und Fahrsicherheitssystemen – und seit April 2011 aktuell mit dem Projekt PRORETA 3.
An der dritten Auflage von PRORETA beteiligen sich neben Continental die Fachgebiete für Fahrzeugtechnik, Regelungstechnik und Mechatronik, Regelungstheorie und Robotik sowie das Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt.
Die Internetpräsenzen der beteiligten Institutionen finden Sie auf der rechten Seite der Homepage.
Ziel des interdisziplinären Forschungsprojektes PRORETA 3 ist die Entwicklung eines Integralkonzeptes für ein unfallvermeidendes Fahrzeug. In Kooperation mit Continental forschen die Institute für Arbeitswissenschaft und Automatisierungstechnik sowie das Fachgebiet Fahrzeugtechnik an einem Konzept, das in der Lage ist, Unfälle in verschiedensten Verkehrssituationen zuverlässig zu vermeiden.
Einer der Forschungsschwerpunkte liegt dabei auf der Entwicklung einer leistungsfähigen Systemarchitektur, die es ermöglicht, die Lücken zu schließen, die sich aus den anwendungsspezifischen Beschränkungen heutiger, zumeist einzeln arbeitender Fahrerassistenzsysteme ergeben und damit die Ausnutzung der Sensorinfrastruktur im Fahrzeug zu maximieren. Diese dient als Basis für eine leistungsfähige Umfelderfassung sowie der funktionsorientierten Eingriffs- und Trajektorienplanung.
Aufbauend darauf wird an einem Konzept geforscht, das teilautonomes Fahren in Kooperation mit dem Fahrer durch eine intuitive Mensch-Maschine Schnittstelle ermöglicht. Im Anschluss erfolgt die Implementierung des Gesamtsystems in ein Forschungsfahrzeug von Continental.
Im ersten PRORETA-Projekt, welches im Jahr 2002 startete, wurde untersucht, wie ein Fahrzeug drohende Gefahren in Form von stehenden oder einscherenden Hindernissen mittels Umfeldsensorik selbsttätig erkennen und diese durch Notbremsen oder Notausweichen abwenden kann. Dieses erste Projekt wurde erfolgreich zum Abschluss geführt. Die mit Hilfe eines Prototypen-Fahrzeugs erarbeiteten Ergebnisse wurden im Mai 2006 präsentiert.
Im zweiten PRORETA-Projekt befasste sich das neue Projektteam mit Gegenverkehrsszenarien. Ziel des Projektes war es, eine Fahrerassistenzfunktion darzustellen, die Unfälle bei Überholmanövern auf Landstraßen verhindert. Ein derartiger „Gegenverkehrsassistent“ könnte einen wichtigen Beitrag zur Fahrsicherheit liefern, da Kollisionen mit dem Gegenverkehr auf Grund der hohen auftretenden Differenzgeschwindigkeiten meist sehr schwere Folgen haben. Die hohen Differenzgeschwindigkeiten stellen allerdings auch hohe Anforderungen an die beteiligten Komponenten eines solchen Fahrerassistenzsystems von der Verarbeitung der Sensorsignale bis hin zum unfallvermeidenden Eingriff der Aktorik.
Für das zweite PRORETA-Projekt wurde dem Projekt-Team an der TU Darmstadt von Continental ein neues Versuchsfahrzeug zur Verfügung gestellt. Der Versuchsträger (BMW540i) ist mit einem Fernbereichsradar, einer Kamera und mehreren Rechnereinheiten ausgestattet. Im späteren Projektverlauf werden weiterhin Vorrichtungen zur Fahrerinformation und -warnung sowie Aktorik für fahrdynamische Eingriffe in Betrieb genommen. Die entwickelten Verfahren werden im Fahrzeug implementiert und bei Versuchsfahrten erprobt. Für Testfahrten bei aktivierter Eingriffsaktorik steht dem Projekt der TUD-eigene Flugplatz in Griesheim als Versuchsgelände zur Verfügung.